Du darfst unperfekt glücklich sein - Warum Glück nichts mit Perfektion zu tun hat

Veröffentlicht am 2. Juli 2026 um 07:42

Menschein statt perfekt sein - Teil 3
Über die Kunst, das Leben wieder wahrzunehmen. 

Ich glaube, wir haben Glück falsch verstanden. Zumindest ging es mir lange Zeit so. Ich dachte, Glück sei etwas Großes. Etwas, das irgendwann kommt. Wenn alles passt. Wenn die Sorgen weniger werden. Wenn man angekommen ist. Wenn das Leben endlich leicht ist. Heute sehe ich das anders.

Mein Leben ist nicht perfekt. Muss es auch nicht sein. Und vielleicht liegt genau darin seine Schönheit.

Denn gerade das Unperfekte hat das Potenzial, herrlich perfekt zu sein.

Das Leben ist kostbar. Ich hatte das irgendwann vergessen. Weil ich viel zu beschäftigt damit war, zu funktionieren. Ich habe organisiert. Verantwortung übernommen. Mich angepasst. Getragen.  Ausgehalten. Und irgendwo unterwegs vergessen, das Leben überhaupt noch wahrzunehmen. Dabei war es die ganze Zeit da. Es wartete nicht. Es lief einfach weiter. 

Und vielleicht geht es gar nicht nur mir so. Vielleicht kennen das viele Menschen. Wir funktionieren. Wir organisieren. Wir kümmern uns. Wir lösen Probleme. Und ohne es zu merken, verschieben wir das Leben immer wieder auf später. Wenn es ruhiger wird. Wenn weniger Verantwortung da ist. Wenn die Sorgen verschwunden sind. Wenn endlich alles passt. Doch genau das ist vielleicht die Falle.

Denn das Leben wartet nicht auf den perfekten Moment.

Es findet mitten im Unperfekten statt. Und vielleicht ist das überhaupt eine der schwierigsten Aufgaben unseres Lebens. Nicht das Glück zu finden. Sondern es wieder zu bemerken. Denn vielleicht ist Glück gar keine Emotion. Vielleicht ist Glück eine Beziehung zum Leben. Eine innere Haltung. Eine Entscheidung, wieder anwesend zu sein. Mit allem, was dazugehört. Mit den schönen Tagen. Mit den schweren Tagen. Mit den lauten. Und mit den stillen. Nein, ich bin nicht jeden Tag glücklich. Auch ich habe Sorgen. Auch ich habe schwere Tage. Auch ich verliere mich manchmal noch.

Der Unterschied ist vielleicht nur: Ich finde mittlerweile schneller wieder zu mir zurück. 
Und genau das fühlt sich für mich heute nach Glück an. Heute empfinde ich Glück ganz anders.

Es ist ein schöner Waldspaziergang mit Louie und lieben Freunden. 
Wir lachen viel. 
Und jedes Mal denke ich mir, wie wertvoll solche Begegnungen eigentlich sind.

Es ist ein Spieleabend mit Menschen, die mir wichtig sind. 

Es sind tiefe Verbindungen, die über Jahrzehnte gewachsen sind, tragen und lebendig geblieben sind. 

Es ist meine Familie. Unperfekt. Manchmal chaotisch. Aber meine.

Es ist die Beziehung zu meinem Sohn. Und zu wissen, dass ich immer noch für ihn da sein darf, wenn er meinen Rat braucht.  Dass er mich an seinem Leben teilhaben lässt. Das ist unbezahlbar. Es ist ein sehr kostbares Geschenk 💛.

Es ist die Zeit zu haben, meinen Gedanken eine Form zu geben. Ideen entstehen zu lassen. Kreativ zu sein. 

Und dann gibt es da noch das Yin Yoga. Diese eine Stunde nur für mich. Eine Stunde, in der ich nichts leisten muss. Nichts beweisen muss. Nichts erschaffen muss. Sondern einfach nur in meinen Körper hineinspüre. Ihm Zeit gebe, loszulassen. Ihn wahrnehme. Früher hätte ich vielleicht gedacht, das sei einfach nur eine Stunde Bewegung. Heute weiß ich: Es ist eine Stunde Begegnung mit mir selbst. (Danke Moni - https://www.monikajantsch.de 💛)

Und vielleicht beginnt genau dort Glück.

Es ist das Theater. Gemeinsam mit anderen einer Geschichte Leben einzuhauchen. In eine Rolle einzutauchen. Zu erleben, wie aus vielen unterschiedlichen Menschen etwas entsteht, das keiner allein erschaffen könnte. Vielleicht liebe ich das Theater genau deshalb so sehr. Weil dort sichtbar wird, was auch im Leben gilt: Erst wenn unterschiedliche Menschen zusammenkommen, entsteht etwas, das größer ist als jeder Einzelne für sich. Und jedes mal berührt es mich aufs Neue, wenn aus vielen Einzelnen ein gemeinsames Ganzes wird. (https://die-boulevardesken.de)

Menschen ein Stück ihres Weges begleiten zu dürfen. Zu beobachten, wie Wachstum entsteht. Und tatsächlich gehören mittlerweile auch die täglichen Feldlese-Trainings für meine Tarot-Mädels dazu. Es erfüllt mich. Es beseelt mich. Und manchmal sitze ich da und denke:

Wie schön ist das eigentlich?

Ich habe in den letzten Jahren noch etwas gelernt. Ich habe aufgehört, jedem gefallen zu wollen. Ich muss mich nicht mehr beweisen. Ich weiß, wer ich bin. Meine Kommunikation ist klarer geworden. Ich darf langsamer werden. Ich darf Hilfe annehmen. Es darf auch mal unordentlich sein. Ich muss nicht mehr funktionieren. Und genau das fühlt sich manchmal wie Freiheit an.

Vielleicht ist das die eigentliche Einladung dieses Artikels:

Nicht darauf zu warten, dass das Leben irgendwann perfekt wird. 
Sondern zu bemerken, dass es längst stattfindet. 

Gerade jetzt.

Vielleicht sitzt das Glück heute schon neben dir. 
Vielleicht läuft es auf vier Pfoten durch den Wald. 
Vielleicht lacht es mit dir an einem Spieleabend. 
Vielleicht hört es sich an wie die Stimme deines erwachsenen Kindes, das dich anruft, weil du für einen Moment immer noch sein sicherer Hafen bist. 
Vielleicht liegt es auf deiner Yogamatte. 
Vielleicht wartet es hinter einem Vorhang, kurz bevor gemeinsam eine Geschichte lebendig wird.
Vielleicht versteckt es sich in den Menschen, die dich seit Jahrzehnten begleiten. 
Vielleicht ist es längst da.

Und wartet nur darauf, von dir wieder gesehen zu werden.

🩷

Denn vielleicht besteht Glück gar nicht darin, irgendwann anzukommen. 
Vielleicht besteht Glück darin, das Leben wieder zu bemerken.

Und bis dahin...🩷 
Geh spazieren. Lach. Sei unperfekt. Das klappt meistens sowieso am besten 😉
Genieße dein Leben. 🩷
Und wenn du irgendwann das Gefühl hast, dass jemand liebevoll mit dir gemeinsam hinschauen darf - du weißt ja, wo du mich findest. ich bin nur einen Anruf entfernt. 🩷

In tiefer Verbundenheit und Dankbarkeit
🌙Alessandra 

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Kommentare

Jasmin Gerdes
Vor 41 Minuten

Was für eine schöne Schilderung, wie wir durch das Leben gehen. Wie oft hab ich mein Glück gesucht und gedacht, es erst durch Perfektion zu erreichen. Der perfekte Körper, der perfekte Mensch, der perfekte Tag, die perfekte Beziehung zu den Menschen, die man liebt.. Statt einfach mein Leben zu genießen und das Glück, dass mich immer begleitet hat, zu sehen.. Danke für diesen schönen Beitrag🙏